CO2-Zertifikate

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Ein Zertifikat dokumentiert das Vermeiden oder Einfangen einer Tonne Kohlendioxid.

Es hat einen Preis, bietet somit eine Möglichkeit, Klimaschutz-Massnahmen zu beziffern. Beispiele: EU 2021 = 25 EUR/tCO2; Norwegen, technisches Einfangen und im Meeresboden ablagern = ca. 1000 EUR/tCO2; Österreich, Kaindorf = 40 EUR/tCO2; Schleswig-Holstein = 30 EUR/tCO2; atmosfair = ca. 60 EUR/tCO2. Der Preis ist manchmal privatwirtschaftlich ermittelt, manchmal von Regierungsseite erstmal festgelegt und danach handelbar.

LOKAL: Interessant ist, dass es auch lokale CO2-Zertifikate gibt. Das heisst, eine lokale Firma misst den CO2-Effekt und verifiziert ihn, zum Beispiel, indem der Humus-Anteil von Ackerflächen gemessen wird. Der lokale Landwirt bekommt Geld, andere lokale Firmen kaufen Zertifikate und bekommen das Label „klima-neutral“. Das Label ist werbewirksam.

Vor- und Nachteile:
+ Ein Schritt in die richtige Richtung
– Greenwashing, Ablasshandel: Konzerne kaufen sich frei, wo sie besser selber vermindern sollten
+ Geldanlage ohne Inflation
– Spekulation, Risiko: Es kann auch abwärts gehen mit dem Preis
+ Bei landwirtschaftlicher Methode: Direkt aus der Luft und mit Speicherung = DCCS = Direct Carbon Capture and Storage
– Gefahr der Methanbildung, Methan ist sehr klimaschädlich, namlich 30 bis 80 mal schädlicher als CO2

(Bild: Freie kommerzielle Nutzung, Kein Bildnachweis nötig)